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So heizen Sie richtig mit Holz

zwei Männer unterhalten sich vor einem Holzofen

Die Grundregel des richtigen Heizens mit Holz lautet: kein Rauch und rückstandsfreie Verbrennung. Ist Ihr Holzofen ordnungsgemäß installiert und fachgerecht in Betrieb, heizt er schon nach ein paar Minuten rauchfrei. Bemerken Sie allerdings Ruß, dunklen Qualm oder Rauch, kann es sogar richtig gefährlich werden. Schadstoffe wie Dioxine und Feinstaub schaden nicht nur der Umwelt, sondern machen auch Ihrer Gesundheit zu schaffen. Durch richtiges Heizen bleibt die Luftqualität erhalten. Achten Sie also unbedingt auf eventuelle Rußbildung im Sichtfenster Ihres Ofens. Haben Sie keine freie Sicht, heißt das schlechte Verbrennung.


So erkennen Sie den Unterschied zwischen sauberer und unsauberer Verbrennung:

Beobachten Sie die Flammen, sind sie hell, hoch und ohne Rauch, funktioniert die Verbrennung bestens. Auch ein Blick auf die Asche kann Klarheit schaffen: ist die Asche dunkel, grob und mit verkohlten Rückständen versehen, ist die Verbrennung unsauber.


Was bedeutet unsaubere Verbrennung?

Der Grund dafür, dass Ihr Verbrennvorgang nicht optimal funktioniert liegt an Ihrem Brennstoff. Holz muss, um sauber und effizient zu verbrennen, völlig trocken sein. Dazu ist es wesentlich zu wissen, dass der Brennstoff Holz zwei Jahre lang braucht, um wirklich trocken zu sein. Achten Sie also unbedingt auf die Lagerzeit des Holzes. Feuchtes Brennmaterial sorgt hingegen für starke Rauchentwicklung bei geringer Wärmeabgabe. Den wesentlichen Hinweis über die Qualität Ihres Brennstoffes geben die ÖNORM Werte M7132 für Brennholz und M7135 für Pellets oder Briketts. Auch das Österreichische Umweltzeichen für Brennstoffe aus Biomasse ist ein vertrauenswürdiger Garant für Qualität.


Womit soll ich überhaupt heizen?

Das beste und sauberste Heizergebnis erhalten Sie, wenn Sie mit trockenem Holz, Pellets oder Holzbriketts heizen. Die Holzscheite sollen keinesfalls zu groß sein, sondern in dem Ausmaß im Brennraum liegen, dass eine gute Luftzufuhr gegeben ist. 


Hände weg von alten Spanplatten, Einwegkisten, lackiertem oder imprägniertem Holz oder Holzabfall vom Tischler. Auch auf Kartons, Altpapier, Haushaltsmüll oder Verpackungsmaterial sollten Sie unbedingt beim Heizen verzichten. Das Verbrennen von Plastik ist sogar gesetzlich verboten, es führt zu giftigem Rauch und Schadstoffen in der Asche.


Richtig anheizen – Wie geht das und was versteht man überhaupt darunter?

Beim richtigen Anheizen werden die Gase, welche bei der Erhitzung von Holz entstehen, durch die heißen Flammen geführt. Beim Holzofen funktioniert das so: das Anzündmaterial erhitzt und zersetzt das Holz, die entstehenden Gase verbrennen dabei im Feuer.

Um alles richtig zu machen, sollen die Anzündhilfe und die kleinen Holzspäne an der Seite im Brennraum platziert werden, an welcher die Abgase abziehen.


Anzündhilfen sind eine sinnvolle Zeitersparnis
. Bitte verzichten Sie allerdings auf Zeitungspapier als Anzündhilfe – die Druckerschwärze setzt bei der Verbrennung giftige Stoffe frei. Außerdem wird durch die Asche der Luftzug behindert. Auf flüssige Brandbeschleuniger sollten Sie ebenso verzichten. Geeignete Anzündhilfen sind etwa in Wachs getränkte Holzwollestücke.


Über das richtige Nachlegen

Richtiges Heizen bedeutet auch richtig nachzulegen. Hier kommt es auf den Zeitpunkt an: legen Sie erst nach, wenn es zu einer Grundglut  - also glühendes Holz ohne sichtbare Flammen – gekommen ist. Richtig Nachgelegt wird, indem man die Luftzufuhr öffnet und eine neue Lage Holz auf die Glut legt. Der richtige Zeitpunkt, also das Einsetzen der Grundglut passiert bei Zimmeröfen bereits nach etwa 40 Minuten. Bei Kachelöfen legt man meist erst nach 8 bis 12 Stunden nach. Wenn Sie richtig nachlegen, geschieht das rauchfrei und ohne vergeudete Energie. Bitte beachten Sie immer die Bedienungsanleitung Ihres Ofens sowie die Beratung durch den Hersteller, Errichter und Ihren Rauchfangkehrer – nur so ist ein optimaler Betrieb gewährleistet.


Wie entsorge ich die Asche richtig?

Am Aussehen der Asche lässt sich erkennen, ob gefährliche Stoffe enthalten sind oder nicht. Dunkle Asche, die womöglich Verbrennungsrückstände aufweist, sollte unbedingt als Abfall entsorgt und keinesfalls zum Düngen verwendet werden, da sie den Boden mit Schadstoffen belasten kann.


Die regelmäßige Wartung und Reinigung Ihres Heizsystems ist für die effiziente und sichere Nutzung unbedingt vonnöten. Die richtige Handhabe von Ofen, Brennstoff und Kaminsystem erklärt Ihnen Ihr Heizungsinstallateur, Hafner oder Rauchfangkehrer.

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