Psychotherapie und Psychologie

Mal wieder verärgert und schlecht gelaunt? Mit diesen Regeln schaffen Sie sich einen besseren Tag ...

Kennen Sie diese Tage, wo einfach nichts klappt? Wo man mit dem falschen Fuß aufgestanden ist, sich über alles und jeden ärgert, aber nicht weiß wieso und warum?
Diese schlechte Laune verdirbt nicht nur Ihrem Mitmenschen, sondern vor allem Ihnen selbst den Tag. Dabei ist es einfach möglich, aus jedem Tag das Beste zu machen. Was Sie dafür tun müssen? Lesen Sie unsere Tipps für einen besseren Tag!


Innehalten und achtsam sein

Scheinbar grundlose Ärgernisse wühlen Sie innerlich auf. Steuern Sie dagegen, indem Sie innehalten und mit allen Sinnen wahrnehmen. Und so funktioniert das Ruhe-Finden:

Nehmen Sie sich mindestens dreimal am Tag Zeit – eine Minute genügt. Unterbrechen Sie in dieser Minute Ihren Tagesablauf und setzen Sie sich ganz bequem hin. Nun konzentrieren Sie sich mit all Ihren Sinnen ganz auf das, was in Ihrer unmittelbaren Umgebung passiert. Stellen Sie sich folgende Fragen:

  •   Was sehe ich gerade?
  •   Ist die Wiese wirklich nur einfach grün? Die Wand nur einfach weiß?
      Sehe ich vielleicht auch Schattierungen und Schatten?
  •  Was höre ich? Ist es einfach nur Lärm? Oder höre ich im Orchester der        Geräusche die einzelnen Instrumente heraus?
  •  Was fühle ich? Ist mir gerade kalt oder warm? Fühle ich mich schwer oder leicht wie eine Feder?
  • Was rieche ich? Das frisch gemähte Gras oder das Parfum meiner Kollegin?
  • Was schmecke ich? Welchen Geschmack kann ich identifizieren?

Geben Sie Acht darauf, nicht zu bewerten. Es geht nicht darum, ob das Geräusch zu laut oder der Geruch zu stark ist – nehmen Sie einfach zur wahr!


Komplimente selbst gemacht

Eigenlob stinkt ... NICHT! Für unseren Selbstwert ist es – in Maßen sehr wichtig, sich selbst auch zu loben und zu belohnen. Wie leicht kommt einem ein Satz wie: „Ich bin ja so blöd ...“ über die Lippen? Was hindert Sie eigentlich daran, auch einmal „Ich bin ja echt großartig!“ zu sich selbst zu sagen? Loben Sie sich doch einfach dafür, dass Sie Ihren Kindern jeden Tag die Jause machen, dass Sie Ihr Haus oder die Wohnung in Schwung halten oder dass Sie immer pünktlich zur Arbeit kommen. Belohnen Sie sich für Ihre Leistungen! Und klopfen Sie sich ordentlich selbst auf die Schulter, wenn Sie den Rasen gemäht oder den Schnee aus der Einfahrt geschaufelt haben. Eigenlob und Belohnung hebt Ihren Selbstwert und Ihre Stimmung!


Selbstblockaden lösen

Warum das Glas nicht mal halb voll sehen? Durch negative Gedanken blockieren wir uns nur selbst. Jeder kennt Sätze wie „Ich habe bei der Prüfung sicher schlecht abgeschnitten“, „Die Mehlspeise ist mir sicher nicht gut gelungen“, oder „Das Meeting wird bestimmt eine Katastrophe“. Solche Aussagen bringen Sie nicht weiter. Was können Sie gegen solche Gedanken tun?

Versuchen Sie Dingen, von denen Sie noch nicht wissen, wie sie sich entwickeln werden, zumindest neutral gegenüber zu stehen. In den allermeisten Fällen können Sie gar nicht genau voraussehen, wie sich die Dinge entwickeln werden. Vielleicht haben Sie die Prüfung ja doch geschafft, der Kuchen schmeckt fantastisch und das Meeting verläuft durchwegs positiv – oder etwa nicht? Haben Sie keine – vor allem keine negativen – Erwartungen und sehen Sie stets auch das beste Mögliche!


Über Umwege zu neuen Zielen

Jeden Tag die gleiche Leier? Immer derselbe Tagesablauf? Woche für Woche die gleichen Erlebnisse? Probieren Sie doch einmal etwas Neues, etwas völlig anderes als das Alltägliche aus und genießen Sie die Chancen, die sich dabei auftun.

Wie das geht? Starten Sie bei kleinen Dingen. Experimentieren Sie beim Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen. Machen Sie bewusst Umwegen oder verändern Sie Gewohnheiten wie Autofahren indem Sie mal das Fahrrad nehmen. Schon durch kleine Veränderungen öffnen Sie sich langsam für Neues, Sie beginnen andere Perspektiven einzunehmen. Dadurch erhält Ihre Persönlichkeit die Chance, sich noch weiter zu entwickeln!


Aufs Bewerten verzichten

Wir leben in einer Welt, in der wir ständig bewertet werden und auch ständig selbst bewerten. Das ist in unserem Schulsystem so, wo wir nach Noten bewertet werden. Und wir selbst bewerten andere Menschen nach Ihrem Aussehen und nach Statussymbolen wie Autos. Was können Sie tun, um diesen Kreis des (Be-)Urteilens zu durchbrechen?


Seien Sie achtsam. Beobachten Sie über einen längeren Zeitraum, wie oft und zu welcher Gelegenheit Sie jemanden bewerten. Achten Sie auch bei sich selbst darauf. Bestimmt kennen Sie folgende Gedanken: „Ich kann dieses oder jenes nicht anziehen, weil die oder der dann glauben könnte, dass ...“, oder „Das kann ich jetzt nicht machen, was würden die anderen dazu sagen?“.

Lassen Sie sich selbst und andere einfach mal so sein wie Sie/ sie sind. Mit all Ihren/ ihren Stärken und Schwächen. Erleben Sie, wie dadurch vieles einfacher wird. Sie schenken sich selbst mehr Gelassenheit und verleihen sich ein richtig selbstsicheres Auftreten!


Der letzte und vielleicht wichtigste Tipp: Das Wichtigste im Leben ist das Tun! Setzen Sie die Übungen und Vorschläge unseres Textes in die Tat um. Schritt für Schritt – und sehen Sie wie aus besseren Tagen mehr und dauerhafte Lebensfreude wird.


Um Ihnen einen kurzen Überblick zu verschaffen, haben wir die wichtigsten Regeln für einen guten – einen besseren Tag für Sie in einer Tabelle zusammengefasst. Wenn Sie wissen wollen, wofür das Akronym ROSCH steht – es ist Hebräisch für „Neubeginn“.


R

Ruhe finden Sie, wenn Sie innehalten und mit allen Sinnen wahrnehmen

O

Oft tut es gut, wenn Sie sich selbst belohnen und loben

S

Sehen Sie das Glas auch mal halbvoll, das hebt die Stimmung

C

Chancen tun sich auf, wenn Sie einmal etwas ganz anderes tun

H

Hilfreich ist es, auf Bewertungen zu verzichten

Beliebte Beiträge

Alle Expertentipps anzeigen