Allgemeinmedizin

Diese 8 Kräuter gehören in jede Hausapotheke:

Heilkräuter, Naturhilfsmittel für die Hausapotheke

Wer erinnert sich an vergessene Worte seiner Kindheit? Begriffe wie Eibischtee, Schafgarbe oder Lindenblüten gab es von Mama oder Oma regelmäßig zu hören, wenn man in jungen Jahren das Bett hüten musste.

Heute haben viele dieser Kräuter wieder an Bedeutung gewonnen. Mild und mit wenigen bis gar keinen Nebenwirkungen behaftet, helfen Heilkräuter bei zahlreichen Beschwerden. Durch ihre einfache Möglichkeiten zur Selbstbehandlung, sollten gewisse Kräuter in keiner Hausapotheke fehlen.

Die wichtigsten 8 Kräuter werden hier mit ihrer Wirksamkeit aufgezählt.

  • Kamille: Die Kamille zählt zu den beliebtesten Heilpflanzen überhaupt. Als echter Tausendsassa wird sie für die Behandlung vieler Beschwerden eingesetzt. Die ätherischen Öle der Blütenköpfchen wirken entkrampfend, schmerzlindernd, entzündungshemmend und wundheilend.
  • Die Anwendungsmöglichkeiten der Kamille sind zahlreich: Kamillentinktur auf Wunden gepinselt sorgt für eine schnellere Heilung. Ein lästiger Schnupfen wird besser durch ein Kamillen-Dampfbad oder durch Inhalieren von Kamillentee oder Kamillenextrakt. Beim Inhalieren eignen sich Dampfinhalatoren am besten, da sie gezielt die Nasenschleimhaut befeuchten. Die Augen werden so nicht gereizt.
  • Außerdem hilft die Kamille als Gurgellösung bei entzündetem Zahnfleisch oder Halsschmerzen. Schmerzen im Genitalbereich oder Hämorriden werden durch Kamillen-Sitzbäder gemildert.
  • Am öftesten kommt der Kamillentee als Getränk zum Einsatz. Bei Kindern ist der Tee aufgrund seines milden Geschmacks beliebt. Er lindert Bauchschmerzen, Blähungen und Völlegefühl. Ebenso kann Kamillentee bei Entzündungen des Zahnfleisches und von Hals und Rachen getrunken werden.
  • Haut und Haar finden ebenso gefallen an der Kamille: durch Umschläge können Hautausschläge gemildert werden. Und blondes Haar wird durch Spülungen mit Kamillentee nicht nur aufgehellt, sondern auch schön glänzend.
  • Nebenwirkungen: Kamille wirkt austrocknend. Daher sollte bei entzündeten Augen und chronisch trockenen Schleimhäuten auf das Inhalieren von Kamille besser verzichtet werden.
  • Salbei: Ursprünglich im Mittelmeer heimisch, wächst und gedeiht der Salbei auch bei uns an trockenen Plätzen. Aufgrund seiner vielfältigen Heilwirkungen gilt der Salbei quasi als Allheilmittel.
  • Das ätherische Öl der Salbeiblätter hat eine zusammenziehende, desinfizierende und in hoher Dosierung eine schweißhemmende Wirkung. Bevorzugt eingesetzt wird die Pflanze bei Halsschmerzen, Heiserkeit und Zahnfleischentzündungen. Doch der Volksmund sagt dem Salbei noch vieles mehr an Wirkungskräften zu.
  • So etwa unterstützt Salbeitee die Verdauung und regt den Stoffwechsel an. Wer Übergewicht abbauen möchte, sollte sich gern hin und wieder ein Tässchen gönnen. Außerdem hemmt der Salbei die Schweißbildung. Für Menschen in der Pubertät oder den Wechseljahren kann dies ein überaus hilfreiches Mittel gegen Schweißattacken, Nachtschweiß oder Hitzewallungen sein. Salbei ist auch in der Lage, Menstruationsbeschwerden zu lindern.

    Viele stillende Mütter setzen auf Salbeitee in der Abstillphase, weil er die Milchproduktion reduziert und einem Milchstau entgegenwirken kann.
  • Schafgarbe: Die Schafgarbe wächst in Europa auf trockenen Wiesen, Äckern und Waldesrändern. Sie gehört sicher auch zu vielen Kindheitserinnerungen, da sich ihr zäher Stängel schlecht pflücken ließ. Auch sie gilt als klassische Heilpflanze und kann äußerlich gleich der Kamille eingesetzt werden.
  • Die Anwendungsgebiete der Schafgarbe erstrecken sich von Wundheilung und Frauenleiden bis Magen-Darm-Probleme. Die ätherischen Öle der Heilpflanze wirken krampflösend und entzündungshemmend. Außerdem wird der Appetit und der Stoffwechsel angeregt und die Gallentätigkeit gefördert.
  • Durch die Fähigkeit der Schafgarbe, den Rückfluss des Blutes in den Venen zu fördern, wirkt sie positiv bei Kreislaufbeschwerden, Krampfadern und Durchblutungsstörungen. Auch bei Harnwegsinfekten kann Schafgarbentee getrunken werden.
  • Schafgarbentee aus getrocknetem Kraut und Blüten, lässt man etwa 15 Minuten ziehen und trinkt ihn dreimal täglich. Die äußerliche Anwendung mit Umschlägen wirkt bei Wunden und Geschwüren. Als Sitzbad wird die Schafgarbe bei Analerkrankungen angewendet.
  • Nebenwirkungen: Empfindliche Menschen können auf Schafgarbe mit Hautausschlag reagieren. Auch wenn Sie auf Korbblütler allergisch sind, sollten Sie auf die Verwendung von Schafgarbe verzichten.
  • Thymian: Als wahres Wundermittel im Apothekenschrank kann der Thymian bezeichnet werden. Vor allem Erkältungskrankheiten sind sein Spezialgebiet. Antibakteriell und schleimlösend hilft der Thymian sehr gut bei Husten. Keuchhusten und Reizhusten werden durch die krampflösende Wirkung des Thymians gemildert.
  • Thymianblätter können aber noch viel mehr: Als „Frauenkraut“ hilft die Pflanze durch östrogenartige Inhaltsstoffe bei Zyklus-Problemen und Wechsel-Beschwerden. Auch Menstruationskräfte werden wirksam gelindert. Sogar der Eisprung kann durch Thymian angeregt werden.
  • Die Stärke des Thymian wirkt sich auch bei Beschwerden der Verdauungsorgane aus: bei einer Magenverstimmung, Blähungen oder Sodbrennen führt der Genuss von Thymiantee zu einer Milderung der Symptome.
  • Sogar auf unser Nervensystem kann sich Thymian positiv auswirken. Es empfiehlt sich Thymiantee bei Einschlafschwierigkeiten oder Albträumen zu trinken.
  • Nebenwirkungen: Da die Wirkstoffe der Heilpflanze Kontraktionen der Gebärmutter anregen können, sollten Schwangere auf die Einnahme von Thymian verzichten. Zu stark konzentriert sollte Thymianöl nicht genossen werden, da es so die Schleimhäute reizt. Bei Asthma ist von der Inhalation mit Thymianöl abzuraten.
  • Baldrian: Beruhigt, Beruhigter, Baldrian. Keine Heilpflanze ist so bekannt dafür, Nervosität oder Schlaflosigkeit zu mildern, wie der Baldrian. Auch psychosomatisch bedingte Beschwerden wie Magenkrämpfe können durch Baldrian gut behandelt werden.
  • Das Aroma ist zwar bei Katzen beliebter als beim Menschen, die Wirksamkeit des ätherischen Öls aus der Baldrian Wurzel ist aber unumstritten. Auch wenn Tee aus der Baldrianwurzel bitter schmeckt, so beruhigt er bei Angstzuständen ebenso wie bei Durchschlafproblemen oder innerer Unruhe.
  • Wer sich mit dem Geschmack und Geruch der Baldrianwurzel gar nicht anfreunden kann, dem sei der Genuss von Baldrian Blüten ans Herz gelegt. Ob als Aufguß oder Tee, diese Form der Heilpflanze riecht und schmeckt wesentlich milder.
  • Obwohl der Schlaf durch Baldrian gefördert wird, wird man im Normalfall tagsüber nicht davon müde. Aus diesem Grund kann Baldrian – ob als Tee, Tropfen oder in Tablettenform – auch als Mittel gegen Prüfungsangst empfohlen werden.
  • Lindenblüten: Von der Linde finden die Blüten, aufgrund ihrer enthaltenen Wirkstoffe, als Heilmittel Verwendung. Am häufigsten werden Lindenblüten als Tee getrunken, bei Erkältungen etwa ist Lindenblütentee überaus beliebt.
  • Die Eigenschaften der Lindenblüte sind vielfältig: zum einen wird trockener Reizhusten gemildert, da die in der Pflanze enthaltenen Schleimstoffe sich wie eine Schutzschicht in Mund und Rachen legen.
  • Darüber hinaus wirkt Lindenblütentee schweißtreibend und krampflösend und hilft bei Verdauungsbeschwerden. Auch wer an Migräne, Schlafproblemen oder Nervosität leidet ist bei der Lindenblüte richtig.
  • Aufgrund seiner wassertreibenden Eigenschaft kann die Heilpflanze auch bei Blasenproblemen oder Nierenleiden empfohlen werden.
  • Äußerlich angewendet, als Tinktur für Bäder oder Umschläge kann man die Wundheilung ankurbeln oder Abszesse und Furunkel behandeln.
  • Eibisch: Der Eibisch kann auf eine überaus lange Geschichte als Heilpflanze zurückblicken. Forscher konnten belegen, dass bereits bei den Neandertalern und in der Antike die Kräfte der Eibischwurzel geschätzt wurden.
  • Obwohl auch in den Eibischblättern wirksame Stoffe vorhanden sind, stecken die wesentlichen Heilkräfte in der Wurzel der Pflanze. Der wichtigste und wirksamste Inhaltstoff on Eibisch ist der Schleim.
  • Um diese Schleimstoffe der Eibischwurzel optimal zu nutzen, sollte Eibisch-Tee am besten als Kaltauszug getrunken werden. Die Anwendung empfiehlt sich bei Erkrankung der Atmungsorgane und dem Verdauungsapparat. Sämtliche Schleimhäute im Körper werden durch den Schleim von Eibisch mit einer Schutzschicht überzogen.
  • Schmerzen im Mundraum, Hals und Rachen, aber auch Magenbeschwerden, Entzündungen und Reizungen werden so gelindert.
  • Durch Umschläge oder Bäder mit Eibisch können Hautprobleme wie Brandwunden oder feuchte Ekzeme behandelt werden.
  • Nebenwirkungen: Da die Eibischwurzel einen hohen Zuckergehalt aufweist, sollten Diabetiker bei der Anwendung vorsichtig sein. Außerdem können die Schleimstoffe von Eibisch die Wirkung anderer Medikamente beeinträchtigen.
  • Holunderblüten: Die Wirkstoffe des Schwarzen Holunder sitzen in den Blüten genauso wie in den Beeren. Der Saft der Holunderbeeren wird ebenso wie der Tee aus den Blüten zur Behandlung von Erkältungskrankheiten eingesetzt. Wegen der schweißtreibenden und schleimlösenden Wirkung werden Husten, Schnupfen und Fieber traditionell mit Holunderblüten behandelt.
  • Die Holunderbeeren enthalten viel Vitamin C und können gut als Saft, Mus oder Marmelade zum heilenden Einsatz kommen.
  • Neben der Linderung von Erkältungen, Heuschnupfen oder Katarren, kann Holunder noch mehr: die schwarzen Beeren wirken leicht wassertreibend und eignen sich gut bei leichten Harnwegsinfekten. Da die Nierentätigkeit angeregt wird, werden Keime schneller ausgeschieden.
  • In der äußeren Anwendung wirken Holunderbeeren und Blüten bei Rheuma und Wunden.
  • Nebenwirkungen: Vorsicht ist bei unreifen Beeren geboten. Sie sind unbekömmlich und können Übelkeit und Erbrechen hervorrufen.

Prinzipiell zahlen sich kleine Kräuterschätze in der Hausapotheke immer aus. Beachten Sie aber folgendes:Die beschriebenen Kräuter können Sie leicht und sicher als „Notfallsmedizin“ in Eigenbehandlung zum Einsatz bringen. Für komplexere Probleme oder chronische Krankheiten wird ein ausführliches Studium und Verständnis aller Wirkungsmechanismen der Kräuter vorausgesetzt.

Beachten Sie bei allen Behandlungen: Verwenden Sie nur Ihnen bekannte Kräuter. Chronisch kranke Personen, sehr alte und sehr junge Menschen und Schwangere sollten von einer Verwendung von Kräutern absehen. Wenn Sie noch mehr über die Wirkungskraft und Anwendungsvielfalt von Kräutern erfahren möchten, wissen Profis wie die Mitarbeiter des Haus Vitalita.

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