Marketing, Kommunikation

Geburts(tags)gedichte selber schreiben

Texterin Julia Muchwitsch bei der Arbeit

Zu allem gibt es eine Do-It-Yourself-Anleitung. Warum nicht auch mal einen Geburts(tags)gruß selbst schreiben? Hier ein paar Tipps:


Schritt 1:

Stellen Sie zuerst fest, welcher Schreibtyp Sie sind und sammeln Sie Ideen.

Typ 1: Der/Die Emotionale

Schreiben Sie einfach drauf los. Egal, was Ihnen in den Sinn kommt – streichen können Sie später noch immer. Achten Sie dabei auf Ihre Gefühle zum Thema Geburt(stag), neues Leben. Ist es ein erhabenes, ehrfürchtiges Gefühl? Oder erfüllt es Sie mit Fröhlichkeit? Egal, welche Emotion in Ihnen aufkommt, bringen Sie es auf Papier. Dabei ist es noch nicht relevant, genaue, ausformulierte Sätze zu schreiben. Stichworte oder Satzfetzen genügen vorerst. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie alles festgehalten haben, dann gehen Sie zu Schritt 2 über.

Typ 2: Der/Die Bildreiche

Setzen oder legen Sie sich an einen Ort, der maximale Ruhe gewährt. Es kann hilfreich sein, sich gleich Block und Stift zurecht zu legen. Schließen Sie nun die Augen. Überlegen Sie sich, was für Sie Geburt(stag), neues Leben bedeutet. Lassen Sie alles, was zu diesem Thema an Bildern erscheint, zu. Keine Zensur – die ist tödlich für Ihre Kreativität! Möglicherweise gefällt Ihnen ein ganz bestimmtes Bild am besten. Bleiben Sie dabei, lassen Sie es wirken, sich weiter entwickeln. Wenn es für Sie passt, nehmen Sie den Bleistift in die Hand und schreiben Sie das, was Sie gesehen haben, auf. Das kann zuerst nur in Stichworten passieren. Oder Ihnen fallen gleich ein paar passende Reime dazu ein.

Gehen Sie nun weiter vor wie in Schritt 2.


Typ 3: Der/Die AnalytikerIn

Bringen Sie Ihren Geist in Ruhe. Alles, was jetzt an Alltagskram aufpoppt, muss warten. Überlegen Sie sich dann, wie Sie über das Thema Geburt(stag), neues Leben denken. Sie werden sich im Laufe Ihres Lebens schon eine Meinung gebildet, vielleicht auch mit anderen darüber diskutiert, das Thema analysiert haben. Versuchen Sie dann, einen roten Faden durch Ihre Gedanken zu ziehen, einen Anfang und ein Ende zu definieren. Der Aufbau muss logisch nachvollziehbar sein, keine Sprünge der Gedanken oder Abschweifungen ins Unendliche. Sobald Sie alles genauestens durchgedacht und ein Konzept entwickelt haben, skizzieren Sie, wenn Sie das möchten oder brauchen, dieses kurz auf einem Blatt Papier. Dann gehen Sie zu Schritt 2 über.


Typ 4: Der Chaot

Sie sind vielleicht viel unterwegs. Das macht nichts. Achten Sie darauf, dass Sie stets etwas zum Schreiben bei sich haben. Notieren Sie sich alles, was Ihnen zum Thema Geburt, neues Leben in den Sinn kommt. Egal wo, egal wann. Notieren Sie einfach, auch wenn’s manchmal wirr erscheint. Das Einzige, worauf Sie schauen müssen, ist, dass Sie die Notizen wiederfinden… Wenn Sie 1-2 Stunden Zeit finden, sich ausschließlich um Ihr Gedicht zu kümmern, dann sammeln Sie Ihre Notizen und versuchen Sie, diese in einem sog. Mind-Mapping zu ordnen. Am besten geht das auf einem Flipchart oder Ähnlichem. Machen Sie sich also eine Skizze Ihrer Gedankenflut. Dann gehen Sie zu Schritt 2 über.


Schritt 2

Streichen Sie nun jene Textteile/Wörter an, die Ihnen besonders gut gefallen und jene weg, die Ihnen überhaupt nicht zusagen. Der/Die Analytikern wird diesen Schritt womöglich überspringen wollen. Machen Sie nun aus diesen Ideen/Teilen eigenständige Sätze bzw. Zeilen. Dazu können Sie diese auch in anderen Worten ausdrücken. Haben Sie zum Beispiel „unbeschreibliche Freude“ (Typ 1), „Sonnenschein“ (Typ 2), „78.000 Geburten im Jahr“ (Typ 3) oder „grünes Blatt mit Loch“ (Typ 4)  aufgeschrieben, dann könnte auf Ihrem Papier bald „Hurra! Ein neues Erdenkind“ (Typ 1), „Ein neues Leben – welch Sonnenschein“ (Typ 2), „78.000 Geburten im Jahr, macht eine Wahrscheinlichkeit von ...“ (Typ 3) oder „Hallo, sagt das Marienkäferkind, und blickt durch das Loch im grünen Blatt“ (Typ 4) stehen.


Schritt 3

Finden Sie nun zu jenen Sätzen und Satzteilen einen passenden Reim. Nehmen wir das Beispiel von Typ 4, dann möchten wir zum Wort „Blatt“ einen Reim finden. Das könnte „satt“, „hat“ oder „große Stadt“ sein. Oder auch „glatt“, „Dart“ usw. Ich bin mir sicher, dass Ihnen mehr als nur ein Wort dazu einfällt! Auch hier gilt die Regel: Alles zulassen, auch wenn’s im ersten Moment keinen Sinn zu machen scheint. Sie können sich auch gerne eines Reimewörterbuchs bedienen. Mein Tipp: echtreim.de. 


Schritt 4

Jetzt gilt es, zwei sinnvolle und sich reimende Zeilen zu bilden. Dabei können Sie die Zeilen auch vertauschen. Haben Sie zum Beispiel „Hurra! Ein neues Erdenkind“ und den Reim „find“, dann könnten Ihre ersten Zeilen wie folgt klingen:

Hurra! Ein neues Erdenkind - 
so schön, dass ich das Wort nicht find,
das eben noch dem Hirn entfleucht‘...
Was soll’s: Ich gratuliere euch!


Es mag hilfreich sein, sich mit Synonymen zu beschäftigen. Das sind Wörter, die dieselbe oder eine ähnliche Bedeutung haben. Manchmal stehen wir einfach an und grübeln wegen eines einzigen Wortes. Dann macht es Sinn, genau Dasselbe in anderen Worten auszudrücken.


Schritt 5

Ist das Gedicht mal im Groben fertig, können Sie einen Feinschliff durchführen, sich wiederholende Wörter mit Synonymen ersetzen, den Rhythmus der einzelnen Zeilen auf Gleich bringen, d.h. die Anzahl der Silben angleichen (laut vorsprechen!) und Satzzeichen ändern.



Das war’s auch schon. Sie haben Ihr erstes Geburtstagsgedicht geschrieben! Bravo!

Ist Ihnen das alles doch zu mühsam, dann hilft Ihnen das Textstudio Julia Muchwitsch natürlich gerne weiter!

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